Wann Sie mobile Learning einsetzen sollten und wann nicht!

Vor jedem E-Learning Projekt erheben wir im ersten Schritt die Rahmenbedingungen, unter denen wir die Lerneinheiten konzeptionieren:

  • Wer ist unsere Zielgruppe? 
  • In welcher Umgebung soll sie lernen?
  • Auf welchen Endgeräten sollen unsere Kurse laufen?

Diese Fragen - und einige mehr - stellen wir unseren Kunden. Eine der häufigsten Anforderungen ist dann oft die mobile Nutzbarkeit der Kurse. Alle Inhalte sollen auf dem Smartphone aufrufbar sein und einwandfrei funktionieren. Denn, jeder lernt in der U-Bahn, alle hängen am Smartphone, das Tablet ist unser ständiger Begleiter.

Und in erster Linie stimmt das auch. Wer morgens in der Straßenbahn den Blick kurz vom Handy löst, wird hauptsächlich gesenkte Köpfe und verstöpselte Ohren entdecken.

Wir sind mobil: wir lesen die Zeitung, unterhalten uns mit Freunden, informieren uns über Sportergebnisse, kommunizieren mit unserer Heizung, gießen die Blumen – alles mittels Smartphone, Tablet und Phablet. Und so lernen wir auch. Fremdsprachen, Statistik, Technische Abläufe, Geographie, etc.

Also ja, wir stimmen hier absolut zu: Wir sind mobil. Und Ihre Lernende auch.

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Aber wann ist mobile Learning wirklich zu empfehlen?

Dennoch gilt es zu überlegen, warum und in welchen Fällen mobiles Lernen nicht nur machbar sondern auch sinnvoll ist.

Eine klare Empfehlung FÜR mobile Inhalte sprechen wir für alle Arten von reinen Lerninhalten aus:
  • Wie funktioniert beispielsweise eine Eisenbahn?
  • Wie nutze ich die Zeiterfassung in meinem neuen Job?
  • Wo liegt der Unterschied zwischen Tool A und Tool B?

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Auch hier in der mobilen Variante sind eine gute Aufbereitung, Möglichkeiten zur Interaktion mit dem Kurs, sprechende Bilder, informative Animationen – kurz gesagt alles, um einen Kurs ansprechend und interessant zu machen, essentiell.

Ein wenig Vorsicht ist geboten, wenn es um Videos (Datenvolumen und Ladezeiten) und Audioeinsatz geht. Denn wer möchte schon seine neu erworbenen Kenntnisse in Bezug auf die Funktionsweise einer Eisenbahn mit allen Mitreisenden teilen?

Im besten Fall ist der Kurs so gestaltet, dass die Audiostimme zwar unterstützende Informationen beisteuert, dem Lernende aber keine wichtigen Inhalte vorenthält, falls er sie doch abschalten möchte.
Oft reicht hier aber auch der Hinweis, der Lernende möge für den folgenden Kurs sein Headset benutzen.

Also lesen, zusehen, hören, lernen, erfahren, erleben, tippen, swipen, scrollen, pinchen – all das soll ein mobiler Kurs zur Wissenserweiterung zu bieten haben.

Wo liegen die Grenzen von mobile Learning?

Ganz klar: Lernstandserhebungen, Abschlusstests und Quizzes, deren Bestehen eine Auswirkung haben:

  • Die Aufnahme in den Dienstplan
  • Die Befähigung zum Aufstieg
  • Der Erhalt der Prämie
  • Alles, an dem etwas „dranhängt“ und damit einen anderen Anspruch hat als reines Lernen und  Wissensvermittlung.

Dabei geht es gar nicht darum, ob der Inhalt mobiletauglich aufbereitet ist - denn möglich ist auch mobil fast alles. Es geht vielmehr um die Überlegung dahinter, in welcher Situation ein Test, oder eine Prüfung absolviert werden soll.

Wollen Sie, dass Ihre Mitarbeiter ihren „Stufe 4 Befähigungstest“ in der U-Bahn durchklicken? Sollen sie drei Runden im Kreis fahren, weil sie voll konzentriert immer wieder die Station verpassen? Brauchen sie den zusätzlichen Stress, der eine möglicherweise abreißende Internetverbindung auslösen kann?

Unserer Meinung nach ist die Antwort hier: Nein! Auch wenn Quizfragen, Schnelltests und Abschlussprüfungen mobil natürlich möglich sind, sind sie aus didaktischer Sicht nicht empfehlenswert.

Gönnen Sie Ihren Mitarbeitern ein ruhiges Arbeitsumfeld, volle Konzentration und die bestmögliche inhaltliche wie technische Aufbereitung Ihrer Qualifikationstests. So können Sie auch die Resultate in vollem Umfang ernst nehmen und müssen sich nicht fragen „Weiß er/sie es nicht besser oder hat die Straßenbahn eine Vollbremsung gemacht?“

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Sie sehen, es gibt einige Punkte, die es bei der Auswahl des richtigen E-Learning Formats zu bedenken gilt. Je nach Zielgruppe und Lernzielen sehen wir mehrere Möglichkeiten, in denen sich mobile Inhalte gut mit Desktopkursen verbinden lassen, wie zum Beispiel:
  • Für Inhalte, die auch auf mobilen Endgeräten funktionieren sollen, verwenden wir Adapt Learning und für Desktop-Lösungen Articulate Storyline. Oftmals werden beide Formate innerhalb eines Projektes kombiniert.  Die initiale Wissenvermittlung wird als Adapt-Content erstellt, die Wissensabfrage erfolgt dann mittels Articulate Storyline Quiz Inhalten.  
  • Es ist aber auch möglich alle Inhalte mit Adapt zu erstellen, da diese Contents Endgerät unabhängig abrufbar sind. Bei einem komplexen Assessment sollte man den Lernenden dann aber darauf hinweisen, dass die Absolvierung dessen in einem ruhigen Umfeld und am PC passieren soll.

Gerne beraten wir Sie, welche Methode für Ihr Projekt am sinnvollsten ist. 

 

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