Responsive E-Learning: Mit einer E-Learning Software Digital Learning Content für alle Endgeräte erstellen

Mobile Endgeräte sind aus dem Alltag der meisten Menschen kaum noch wegzudenken. Laut D21-Digital-Index nutzten in Deutschland 2017 ca. 70% der Bewohner privat oder beruflich ein Smartphone, 36% ein Tablet. Diese mobilen Endgeräte werden immer mehr als Werkzeuge eingesetzt, um den Alltag zu bewältigen: um sich zu organisieren, Informationen zu beschaffen, Produkte und Dienstleistungen zu kaufen, den Weg zu finden, mit anderen zu kommunizieren oder schlicht auch nur um sich die Zeit zu vertreiben. 

Aus diesen Alltagssituationen heraus sind es Menschen gewöhnt, Inhalte zum Beispiel zuerst auf ihrem Smartphone anzusehen, während sie sich auf dem Heimweg befinden, sie später zu Hause komfortabler am großen Bildschirm ihres Desktop-PCs weiter zu nutzen und schließlich, wenn sie die Information akut brauchen, noch einmal schnell auf dem Smartphone oder Tablet nachzuschlagen. Für Nutzer digitalen Angebote ist es daher normal, Inhalte für das jeweilige Endgerät optimiert vorzufinden. Dies betrifft nicht nur ein auf die Bildschirmgröße angepasstes Design und angepasste Navigation, sondern auch die Auswahl der Inhalte. Längere Inhalte, die mehr Konzentration erfordern, werden z.B. nur in der Desktop-Version ausgegeben.

Aus diesen privaten Nutzungsgewohnheiten heraus treten Menschen an heutige Lernlösungen heran. Sie erwarten, dass ihnen Lerninhalte in Unternehmen genauso nutzerfreundlich präsentiert werden. Ob ihre Erwartungen erfüllt werden oder nicht, wirkt sich auch auf ihre Motivation zum Lernen aus.

 

Responsive E-Learning kann hier ein Lösung sein. Es orientiert sich am responsive Webdesign. Eine responsive Website ist weder eine mobile, noch eine Website für Desktop PCs, sondern funktioniert gleichermaßen auf allen Endgeräten. Sie zeigt eine für das jeweilige Endgerät optimierte Darstellung und angepasste Inhalte. Die Version auf dem Smartphone kann daher andere oder komprimiertere Informationen anzeigen als die Desktop-Variante. Konzipiert und produziert wird jedoch einmal an zentraler Stelle. Dort wird festgelegt, welche Informationen auf welchem Endgerät zu sehen sein werden. Wenn Inhalte später geändert oder aktualisiert werden müssen, muss dies nur einmal und nicht in zig Varianten bzw. Tools getan werden.

 

Adapt Beispiel animiert

Hinweise für die Gestaltung

Die Herausforderung liegt also darin, Lernangebote so zu gestalten, dass sie geräteübergreifend adäquat Informationen bereitstellen. Mitbedacht werden muss das Zusammenspiel verschiedener Endgeräte, wie wir es oben beschrieben haben. Außerdem sollte die Gestaltung die aktuellen Möglichkeiten des Web ausnutzen.

Informationen müssen für verschiedene Nutzungs- und somit Lernkontexte unterschiedlich aufbereitet werden. Inhalte auf mobilen Endgeräten werden meist in Bedarfssituation herangezogen. Daher sollten diese Lerninhalte kurz und sehr übersichtlich gestaltet sein. Eine Herausforderung ist hier, dass Mitarbeitende, die nur die mobile Version verwenden, ausführlichere Inhalte verpassen könnten. Es ist zwar wahrscheinlich, kann aber nicht grundlegend vorausgesetzt werden, dass Lernende die Inhalte auf verschiedenen Endgeräten benutzen, wenn ihnen die Freiheit zukommt, hier selbstbestimmt zu lernen und selber zu wählen. Eine Lösung ist, dass alle Informationen zwar aufrufbar, aber zum Teil eingeklappt oder verdeckt dargestellt werden und vom Lerner bei Interesse aufgeklappt werden müssen.

Mobile Inhalte brauchen außerdem eine Navigation, die ganz punktgenaues Aufrufen von Informationen ermöglicht. Eine andere Lösung sind Scrollingpages, also eine vertikale Navigation, wie Lerner sie aus dem Web gewohnt sind. Scrollingpages erleichtern ein schnelles Überfliegen der Seite, bis der relevante Inhalt gefunden ist. Bei der Konzeption von Responsive-E-Learning-Lösungen sollte man zudem immer einkalkulieren, dass Lernende schneller durch z.B. Geräusche oder Bewegungen abgelenkt werden, da Inhalte auf mobilen Endgeräten häufig „nebenbei“ konsumiert werden. In stationären Kontexten dagegen werden Informationen eher intensiv, in längeren Zeitabschnitten und in der Regel auch mit mehr Konzentration aufgenommen.

 

Responsive E-Learning für alle? 

Wir würden nicht sagen, dass Responsive E-Learning ab jetzt für alle Zielgruppen ein Muss ist. Dennoch wird mit Responsive E-Learning eine größere Zielgruppe als mit Mobile Learning angesprochen, weil nicht nur mobiler und nicht nur stationärer Zugriff, sondern eben beides möglich wird.

Interessant ist Responsive E-Learning grundsätzlich zum einen natürlich für Mitarbeitende, die viel unterwegs sind und an unterschiedlichen Orten arbeiten und lernen (müssen), wie z.B. Vertreter. Mit Responsive E-Learning muss man nicht länger Use Cases der digitalen Lernlösung voneinander abgrenzen, sondern hat die Möglichkeit, diese zu kombinieren: Mitarbeitende schauen sich die Inhalte idealerweise z.B. in der Filiale am Regal im Zusammenspiel mit den realen Produkten an und bekommen dort erste Informationen. Danach können sie am Desktop-PC das Ganze durch z.B. Quizzes vertiefen. Andersherum kann es sein, dass Mitarbeitende den Kurs am Desktop-PC durcharbeiten möchten und danach erst in die Arbeitssituation gehen. Dort können sie dann mit dem Smartphone nochmals nachschlagen, wenn sie z.B. vor der betreffenden Maschine stehen und kurzfristige Informationen benötigen.

Weniger geeignet ist Responsive E-Learning z.B. bei Softwareschulungen. Zum einen ist es am sinnvollsten eine Software, die nur am Desktop-PC genutzt werden soll, auch genau dort zu schulen, vielleicht sogar in Verbindung mit einem Testsystem. Zum anderen ist bei Softwareschulungen häufig eine Anzeige an großen Bildschirmen, also an Desktop-PCs, hilfreich, um die Benutzeroberfläche der neuen Software gut zu erkennen.

 

Fazit

Responsive E-Learning ermöglicht Lernen, das nicht nur – wie klassisches E-Learning – zeit- und ortsunabhängig, sondern auch geräteübergreifend stattfinden kann. So kann ein selbstgesteuertes und bedarfsorientiertes Lernen ermöglicht und unterstützt werden. Lernende können je nach Kontext selbst entscheiden, wann sie wo und mit welchem Endgerät lernen bzw. auf Inhalte zugreifen wollen. Längere freie Zeiten können so zur intensiveren Auseinandersetzung mit dem Inhalt auf stationären Endgeräten genutzt werden. Genauso ist aber auch ein spontaner Zugriff möglich, wenn eine ganz bestimmte Information plötzlich gebraucht wird. Gleichzeitig werden digitale Lerninhalte aber nur einmal zentral erstellt. Responsive E-Learning ermöglicht Lernenden also mehr Flexibilität und in der Produktion größere Effizienz.

Wie kann Responsive E-Learning umgesetzt werden? Schauen Sie sich doch einmal das Authoring-Tool Adapt an.

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