Erfolgsfaktoren für digitales Lernen: Was macht eine zeitgemäße Learning Experience aus?

Starre Prozesse und Tools sind oft der Grund, warum moderne Lerninitiativen schon in der Konzeptionsphase scheitern. Was macht flexible Digital Learning Lösungen erfolgreich und welche Faktoren sind essentiell für eine moderne Learning Experience?

Bei LearnChamp unterstützen wir Unternehmen dabei, Informationen und Wissen an Mitarbeitende, Kunden und Partner zu vermitteln. In Projekten erleben wir häufig, dass sich Personalentwicklungsabteilungen intensiv damit auseinandersetzen, wie sie einen echten Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten und ihre Unternehmen zu dynamischen, lernenden Organisationen weiterentwickeln können. Sie zielen darauf ab, Lernen und Arbeit besser zu integrieren,  schneller auf die Anforderungen aus dem Business zu reagieren und letztlich eine aktivere Rolle im Unternehmen zu spielen.

Umso überraschender ist es, wie wenig sich in den letzten Jahren in der Praxis des betrieblichen Lernens verändert hat: Der Anteil an Präsenzseminaren ist weiterhin sehr hoch, Investitionen in neue Technologien sind noch vergleichsweise gering und auch der Anteil von Blended Learning ist niedrig. Der oben beschriebene vorhandene Wille und Anspruch sind also noch nicht durchgängig im Unternehmensalltag angekommen. 

 

Neue Realitäten 1: Video

Überraschend ist diese Diskrepanz zwischen Wunsch und Unternehmensalltag vor allem, da sich die Informationsbeschaffung im privaten Umfeld massiv verändert hat. Egal ob wir Hilfe beim Reifenwechseln, Kochen oder Programmieren suchen: Die erste Anlaufstelle ist in der Regel YouTube. Da man detailliert Abläufe beobachten und bei Bedarf das Video pausieren, zurückspulen und wiederholen kann, ist es möglich, im eigenen Tempo zu lernen. Und das häufig am Smartphone - überall und jederzeit.

Statistiken bestätigen die Beliebtheit von Video: 2016 resultierten 73% des Datenverkehrs im Internet aus Videonutzung. 2021 sollen es 82% sein. Video ist also König. Die neuen technischen Möglichkeiten rund um Interactive Video erweitern zudem das Spektrum von Lerner-Interaktionen und Wissensabfragen. 

 

Neue Realitäten 2: Nahtlose UX zwischen Plattform und Content

Durch die visuelle Aufbereitung auf Plattformen wie Netflix und Co. sind wir es gewohnt, dass Inhalte nahtlos integriert sind und man sich als Anwender rasch und einfach einen Überblick verschaffen kann. Solche neuen Navigations- und Designkonzepte beeinflussen die Erwartungshaltungen, die Mitarbeitende an das Learning Management System ihres Unternehmens haben. Sie fordern verstärkt auch im Unternehmenskontext eine reibungslose User Experience.

 

Neue Realitäten 3: Social Learning und Collaboration

Aber auch Apps haben erkannt, wie wir künftig lernen und Informationen konsumieren: In Zusammenarbeit mit Anderen nämlich. Beispielsweise bietet die App GoStudent Schülern laufenden Zugang zu einer Tutoren-Community, mit der sie sich zu bestimmten Fragen und Themen austauschen können. Darüber hinaus können sich Schüler gegenseitig helfen. Außerdem wurden Gamification-Elemente, u.a. Badges als Qualitätsmerkmal für Tutoren, eingebunden. 

Für viele Menschen sind diese neuen digitalen Realitäten bereits Alltag. Kommen sie aber in ihr Arbeitsumfeld, werden sie häufig von Lern- und Informationsangeboten enttäuscht und vielleicht sogar demotiviert: lange Klickwege, mehrere unterschiedliche und zum Teil schwerfällige Systeme und veraltetes Bildmaterial. Unternehmen sollten sich von digitalen Informationsangeboten inspieren lassen und sich mit ihren Lernlösungen an die neuen Gegebenheiten anpassen. 

 

 

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Erfolgsfaktoren moderner Lernlösungen

Neben Hygienefaktoren wie gutem Projektmanagement sehen wir bei LearnChamp zumindest drei große Aspekte, die Digital Learning Projekte wirklich erfolgreich machen:

  1. User Experience: Hier geht es um ganzheitlich gedachte Lösungen: Es braucht z.B. kurze Klickwege und intuitiv bedienbare Benutzeroberflächen. Um das gewährleisten zu können, muss man verstehen, wie die Lösung aus Sicht der Zielgruppen funktionieren muss. Methoden wie Site Maps, Learner Flows und Mock-Ups helfen dabei, diese Überlegungen zu visualisieren und zu kommunizieren.
  2. Storytelling: Erzählen Sie Geschichten mit Ihrer Lösung! So werden Lernende abgeholt, neugierig gemacht, und es wird ihnen Kontext gegeben. Videos und Animationen unterstützen dabei, solche Stories flüssig und mit einer Prise Emotion zu erzählen.
  3. Inhalte, die begeistern: Digitaler Content wird so designt, dass Lernende Inhalte nicht nur passiv konsumieren, sondern beteiligt sind. Sorgfältig gestaltete Medien und Übungen reflektieren die Natur der Inhalte bestmöglich. 

 

Wie kann so eine Lernlösung aussehen?

In der Praxis gilt es, diese Erfolgsfaktoren optimal zu verbinden. Gemeinsam mit der ICUnet.AG hat LearnChamp beispielsweise den Global Manager umgesetzt. Er verbindet interkulturelles Assessment, Awareness, Coaching und Landeskultur zu einer niveaubasierten und interaktiven Gesamtlösung für interkulturelle Qualifizierung. Den Lernenden werden automatisch individualisierte Trainingsinhalte angeboten, die ihrer Heimatkultur und ihrem Kenntnisstand entsprechen.

 

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Technisch gesehen handelt es sich dabei um eine digitale Gesamtlösung, die aus der Verzahnung von Totara Learn als Trägerplattform und einzelnen länderspezifischen Lerninhalten besteht. Im Design erleben Lernende keinen Unterschied zwischen Lernplattform und Content, die User Experience ist also - ähnlich wie bei Netflix und Co. - nahtlos.

Zudem lässt ein gut durchdachtes Navigationskonzept Lernende nach dem Login nicht in die Tiefen der immer noch weit verbreiteten „Lernräume und Lernumgebungen“ fallen. Stattdessen wird ihnen fortlaufend vermittelt, dass sie sich in einer Informationsumgebung bewegen, die sie aus zahlreichen täglichen Internetauftritten kennen.

Die gewohnte Navigation, Inhalte, die jeweils die „Story“ des Landes erzählen und deren ansprechende Aufbereitung sind die Bausteine für eine durchgängige und moderne Learning Experience.

Das ist ein Beispiel, wie eine intuitive Lernlösung aussehen kann. Es gibt aber auch in Zukunft im HR-Umfeld viel zu tun. Gehen wir es gemeinsam an!

 

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