Wir nehmen Sie mit! Ein Tag im Leben eines Learning Designers.

Mein Name ist Jenny. Ich bin ein Learning Designer. Manche sagen auch Instructional Designer dazu. Die meisten sagen aber gar nichts dazu. Das liegt daran, dass die Wenigsten wissen, was ein Learning Designer ist. Oder macht. Oder weiß. Deswegen nehme ich Sie heute mit, um mich einen Tag lang zu begleiten und mir über die Learning Designer Schulter zu schauen.

Vorweg, um es nicht allzu spannend zu machen: ich bin diejenige, die für Ihren E-Learning Kurs entweder das Konzept entwickelt, das Design abgesegnet, die Bilder ausgesucht oder die Texte geschrieben hat. Oder von allem etwas.

 

Ein kreativer Vormittag

8:00 Uhr

Erst Kaffee. Dann Mails checken. Wunderbar, das erste Mail ist gleich eine Anfrage von meinem Projektmanager. Wir brauchen ein Konzept für einen neuen Kunden. Laut der Rahmenbedingungen gibt es bereits einen bestehenden Kurs, der nicht mehr ganz aktuell und vor allem nicht mehr „schön“ ist. Der Kunde möchte also ein neues Design, ein neues Konzept und neue Ideen. Das sind meine Lieblingsprojekte. Mit einem großen Block, ein paar Markern und meinem Kaffee ziehe ich mich in ein ruhiges Eck zurück und denke. Zeichne. Entwerfe. Designe. Konzeptioniere. Die Zeit vergeht wie im Flug.

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9:00 Uhr

Nachdem ich die ersten Ideen gesammelt habe, bitte ich einige Kollegen, sie mit mir durchzudenken und zu prüfen. Meiner Erfahrung nach weisen Konzepte, die nur einem Hirn entsprungen sind, auch schon mal gravierende Denkfehler auf. Das lässt sich leicht verhindern, indem wir uns in größerer Runde zusammensetzen und die Idee auf Herz und Nieren prüfen.

 

10:30 Uhr

Fertig. Das Konzept steht. In der letzten Stunde wurde daran gebastelt, gefeilt, ausgetauscht und neu durchdacht. Auch unser Grafikexperte war dabei und macht sich sofort daran, einen Designentwurf für den neuen Kurs zu erstellen. Ich fasse die Idee auf ein paar Folien zusammen, die ich nachher noch mit den Entwürfen ergänzen werde. Gerade als ich fertig bin, bittet mich eine Kollegin um Hilfe. Sie erstellt gerade einen Kurs in Articulate Storyline und ist sich bei der Seitengestaltung nicht sicher. Wir stehen schließlich zu dritt um ihren Schreibtisch und schieben Textboxen und Designelemente herum. „Den Avatar mal nach links und die Textbox daneben?“ „Nein warte, von links direkt lesen ist leichter. Also die Person nach rechts, den Text nach links.“ „Kannst du den Text mal auf zwei Boxen aufteilen?“ So geht es eine Zeit lang hin und her, bis drei Köpfe zufrieden nicken.

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Schlag auf Schlag am Nachmittag

13:00

Nach der Mittagspause erreicht mich ein E-Mail eines Kunden. Er berichtet, dass das Tracking seines aktuellen Compliance-Kurses nicht funktioniert und er deshalb nicht sehen kann, welche seiner Mitarbeiter den Kurs schon absolviert haben. Da ich auch nach dem dritten Mal lesen nicht herausfinden kann, woran es liegt, leite ich das Mail an unsere Umsetzungs- und Plattformexperten weiter. Da erreicht mich der Designvorschlag unseres Grafikers für das Konzept, das wir am Vormittag entwickelt haben. Ich entdecke noch zwei Unstimmigkeiten und schicke es mit der Bitte um Anpassung zurück.

Der firmeninterne Chat poppt auf und einer unserer Plattformexperten möchte das Trackingproblem des Kunden mit mir klären:

  • Seine Fragen: „Wissen wir, ob es Fehlermeldungen gibt? Wie sehen die aus?“
  • Meine eloquente Antwort: „Ähm…?! Moment, ich frage nach.“
  • Schnell tippe ich ein Mail an den Kunden mit der Bitte um mehr Details.

Da erreicht mich auch schon der angepasste Designvorschlag für die Konzeptpräsentation. Der passt jetzt perfekt und ich integriere ihn in mein Abgabefile.

Während ich ein E-Mail dazu formuliere, leuchtet mein Posteingang auf und der Kunde mit den Trackingschwierigkeiten meldet zurück „Nein, haben wir nicht.“ Leider keine Fehlermeldungen, keine Screenshots, keine weiteren Informationen. Danke, geb ich gern so weiter. Aber wir ich Kollegen aus der Umsetzung kennen werden sie auch mit wenig Input das Problem lösen können.

Während ich noch überlege, wie ich diese Information weitergebe, scrolle ich durch meine Aufgabenliste und entdecke einen offenen Task. Einer meiner Kurse wurde gerade auf Logik, Rechtschreibfehler und Vollständigkeit geprüft und es ist nun meine Aufgabe, die von den Kollegen gefundenen Fehler auszubessern.

Ich öffne gleichzeitig den Kurs und das Einarbeitungsdokument, rufe die Kollegen aus der Umsetzung an, um über das Trackingproblem zu diskutieren und versende das Mail mit der Konzeptpräsentation – und wundere mich, dass mir noch kein dritter Arm gewachsen ist.

 

Alles gelöst

17:00 Uhr

Irgendwann ist es kurz vor 17:00 Uhr, das Tracking funktioniert wieder, im Kurs sind alle Logik- und Tippfehler behoben, das Konzept wird in den nächsten Tagen vom Kunden geprüft und ich schiebe ein E-Mail, das eben noch eingetroffen ist, ganz unauffällig auf die ToDo Liste für morgen.

Morgen ist auch noch ein Tag. Und sicher wieder ein Guter.

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