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Immersives Lernen im Außendienst: 360-Grad-E-Learning für Coca-Cola

Geschrieben von Alexandra B. | 12.06.2026 08:00:00

Wie wird aus Wissen eine Fähigkeit? Diese Frage stand am Anfang eines Projekts, das wir gemeinsam mit Coca-Cola umgesetzt haben. Das Ergebnis ist ein E-Learning, in dem sich Außendienstmitarbeitende durch reale Verkaufsstellen bewegen, lange bevor sie das erste Mal selbst davorstehen.

Die Ausgangslage

Martin ist Commercial Capability Trainer bei Coca-Cola und beschäftigt sich seit 18 Jahren mit der Weiterentwicklung und Weitergabe von Wissen, speziell für die Mitarbeitenden im Field Sales. Mit der Pandemie kam der Durchbruch für digitales Lernen, und damit eine neue Anforderung. E-Learning war bei Coca-Cola lange stark mit klassischer 2D-Wissensvermittlung verbunden. Doch reines Wissen reicht im Außendienst nicht aus. Es muss sich in Fähigkeiten übersetzen lassen.

Im Mittelpunkt stand RED, kurz für Right Execution Daily. Dahinter steht eine Strategie, mit der Coca-Cola seinen Kunden hilft, Verkaufsstellen optimal zu gestalten und so Absatz und Umsatz zu steigern. Neue Mitarbeitende im Außendienst, rund 20 pro Jahr bei einer Gesamtgruppe von etwa 100, sollten dieses "Picture of Success" für unterschiedliche Verkaufsstellen verinnerlichen und jederzeit zur Wiederholung abrufen können. Dafür brauchte es mehr als ein klassisches WBT. Es brauchte plastische, greifbare Bilder aus dem echten Markt.

Echte Orte statt Stockfotos

Eine Entscheidung war für Coca-Cola von Anfang an klar: keine künstlich generierten Bilder, sondern die Realität. Die Verkaufsstellen im Kurs gibt es tatsächlich. Wer hingeht, findet sie genau so vor.

Das bringt Anforderungen mit sich, die ein Stockfoto nie hätte. Die Aufnahmen mussten datenschutzrechtlich einwandfrei sein, ohne betriebsfremde Personen und nur mit dem Einverständnis der jeweiligen Örtlichkeit. Fotografiert wurde vor Geschäftsbeginn, unter anderem in einem der frequentiertesten Einkaufszentren Österreichs. Weil Coca-Cola mit einem klaren Drehbuch und einer genauen Vorstellung des Endergebnisses an die Aufnahmen heranging, lagen die Bilder schneller vor als gedacht.

Genau hier zeigt sich ein Prinzip, das gute Projekte verbindet: Je klarer das Bild vom Ziel, desto leichter die Umsetzung. Coca-Cola brachte die Fotos und das fachliche Wissen mit, wir haben daraus gemeinsam eine Lernwelt gebaut.

Eine Verkaufsstelle, durch die man sich bewegt

Umgesetzt haben wir den Kurs in Articulate Storyline 360. Die Idee von 360-Grad-Grafiken beschäftigt uns schon lange, doch erst eine neue Funktion in Storyline machte es möglich, solche Umgebungen schnell und effizient zu bauen. RED war für uns das erste große Live-Projekt mit dieser Technik und zugleich ein großer Erfolg.

Im Kurs bewegen sich die Lernenden durch 360-Grad-Aufnahmen echter Gastronomiebetriebe, vom Kino über die Bar bis zur Pizzeria. Ein Avatar begleitet sie durchgehend, begrüßt sie, erklärt, warum ein Thema wichtig ist, und zeigt jederzeit an, wie viele Aufgaben in einer Zone noch offen sind. Über Hotspots entdecken die Lernenden selbst, wo sich Informationen verbergen. Ein Klick öffnet je nach Umfang eine eigene Inhaltsseite oder ein kurzes Pop-up mit einem Hinweis. Ein Glossar erklärt Begriffe, die in der Onboarding-Phase noch nicht jedem geläufig sind.

Den früheren Abschlusstest haben wir direkt in die 360-Grad-Welt geholt: In einer eigenen Umgebung beantworten die Lernenden Multiple-Choice-Fragen, die bestanden werden müssen, damit der Kurs als abgeschlossen gilt.

Über die Grundfunktion der Software hinaus haben wir unsere eigene Expertise eingebracht und die Lernwelt um Führung, Feedback und Fortschrittsanzeige ergänzt. Genau dieser Schritt macht aus einer technischen Funktion ein durchdachtes Lernerlebnis.

Das Feedback

Die Reaktion der Lernenden war eindeutig. Statt klassischer 2D-Folien sehen sie die Realität, können selbst experimentieren und Dinge eigenständig entdecken. Für Coca-Cola ist es ein deutlich näheres Abbild der Wirklichkeit als ein Foto auf einer Folie. Und es zahlt auf das eigentliche Ziel ein: dass die Mitarbeitenden verstehen, warum sie etwas tun, damit sie es überzeugend an ihre Kunden weitergeben können.

Wie aufwendig ist so ein Projekt

Eine Frage, die fast immer kommt: Wie viel Aufwand steckt dahinter? Coca-Cola brachte die Fotos inhouse auf, mit einer klaren Vorstellung und einem guten Plan. Was extern nötig war, war unsere Erfahrung in der Umsetzung, weil die Ressourcen und das spezifische Know-how für ein solches Format intern nicht vorhanden waren. Von der ersten Idee bis zur fertigen Umsetzung vergingen rund fünf Monate, inklusive der Findungsphase zu Beginn der Zusammenarbeit. Oder mit Martins Worten: Da E-Learning skaliert, stehen die Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Wie geht es weiter

Coca-Cola bleibt offen für neue Wege. Wie Martin es formuliert, ist das ganze Leben Entwicklung, und so entwickeln sich auch die Trainings. Der Leitsatz bleibt derselbe: Methoden und Didaktik so einzusetzen, dass die Lernenden so viel wie möglich für ihren Alltag mitnehmen.

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Wie Lernende mit digitalen Übungstools jederzeit trainieren können, lesen Sie im Projekt mit Casinos Austria